CHRISTIANE CONRAD

Arbeiten

Biographie

Ausstellungen



Ohne Titel
30 x 25 cm
Öl auf Leinwand
Preis auf Anfrage





Ohne Titel
2003
142 x 134 cm
Öl auf Leinwand
Preis auf Anfrage





Ohne Titel
2004
148 x 138 cm
Öl auf Leinwand
Preis auf Anfrage


Im Zusammenspiel von Farbe,
Licht und Bewegung

Die Arbeiten von Christiane Conrad atmen Stille und eine sehr tief liegende, vielleicht sogar subversive Energie. Sie sind monochrom und zeigen ein feines Relief, das durch den Farbauftrag mit einem Spachtel hervorgerufen wird. Die Malerin gestaltet Formatreihen: Große, größere, mittlere und relativ kleine Gemälde bilden Gruppen, innerhalb derer die einzelnen Werke als Farb-Individualisten selbstbewusst nebeneinander stehen. .....

Im Jahr 2001 erhält Christiane Conrad vom Hagener Karl Ernst Osthaus-Museum den Auftrag, zwei rote Gemälde zu fertigen. Sie werden 2003 in einer Ausstellung mit dem Titel „Seeing Red“ in der New Yorker Hunter College/Times Square Gallery und im Folgejahr in Hagen gezeigt. Die für das Projekt entwickelten Arbeiten leiten für die Malerin eine konzentrierte Auseinandersetzung mit der Farbe Rot ein. Eine Systematik, die typisch ist für ihre Herangehensweise: „Ich nehme mir einen Farbbereich vor und arbeite daran“, sagt sie und unterstreicht, dass sie während solcher Arbeitsphasen nicht zwischen den Farben springt.

Zu dieser „roten Periode“ zählt auch das Gemälde Rotorange aus dem Jahr 2002. Es zeigt eine enorme Farbdichte. Dabei zeichnet es sich durch ein sehr zurückhaltendes, zartes Lineament aus. Bewegt man sich vor dem Bild, betrachtet man es im Wechsel von Aufsicht und zunehmender schräger Seitenansicht, so erlebt man es – je nachdem – als Relief, als ruhige oder pulsierende Fläche, als eine breite Spur oder als ein Gefüge zahlloser ineinander greifender schmaler Streifen.

Ebenso lebendig stellt sich die Arbeit Leuchtendes Rot von 2003 vor. In einem merkwürdigen Widerspruch wirkt sie dabei jedoch zugleich relativ stumpf, vielleicht wegen eines hohen Gelbanteils in der Farbmischung. Es ist schwer zu sagen, ob der Begriff „stumpf“ tatsächlich angemessen ist, denn in seiner Stumpfheit glänzt und leuchtet das Bild, dass eine Freude ist. Bringt man es in die Nähe eines Fensters oder einer anderen Lichtquelle, so tanzt das Licht in, auf und zwischen den Strukturen der Malerei. Jede Bewegung des Betrachtens bringt lebhafte Veränderungen der Wahrnehmung mit sich, lässt die feinen Strukturen des Spachtels neu und anders erscheinen. Licht, Farbe und Strukturen spielen mit- und gegeneinander.....

Es ist eine Art aufreizende Gelassenheit, mit der diese Gemälde unsere Wahrnehmung herausfordern und erst mit der Zeit versteht das Auge, dass nicht die Breite des jeweils gewählten Spachtels das Abenteuer der Struktur ausmacht, sondern das Ineinanderwirken der unterschiedlichen Ebenen, auf denen Spuren sicht- und spürbar werden.....

Britta E. Buhlmann

Katalogtext (Auszug), Museum Pfalzgalerie, 2005