CLAUDIA DESGRANGES

Arbeiten

Biographie

Ausstellungen

Künstler-Homepage



NOW
Acryl-Pigment auf Aluminium
80 x 130 cm, 2008
Preis auf Anfrage





NOW
Acryl-Pigment auf Aluminium
25 x 50 cm, 2008
Preis auf Anfrage





MURO 030310
Acryl-Pigment auf Aluminium
80 x 140 cm, 2010
Preis auf Anfrage





FORMENTOR 070410
Acryl-Pigment auf Aluminium
80 x 140 cm, 2010
Preis auf Anfrage



(…) Dann wurde das Tempo schneller. Ungefähr ab dem Jahr 2000 benutzte Desgranges als Träger das kühle, glatte Aluminium, das die Farbe zum Leuchten bringt. Immer mehr Farben kamen hinzu; die ursprüngliche Zweifarbigkeit spaltete sich auf in einen schillernden prismatischen Fächer leuchtender Farben mit einer selbst für Malerei außergewöhnlich erregenden Sinnlichkeit. Die Farben wurden mit bewegtem Pinselgestus ineinander verzahnt, ohne sich wirklich zu vermischen, so dass sich der klare Lokalton trotz aller Zerfaserungen und Überlagerungen dennoch behaupten konnte. Die Betonung des Gestischen schrieb sich in das Format ein, zumal der neue Bildträger auch außergewöhnliche Formate leichter zuließ. Es kam zu der Entwicklung sehr langgestreckter Tafeln, vertikal oder horizontal gedehnt, letztere treffend als „zeitstreifen“ tituliert. Gleichzeitig führte das heftige Stakkato der Farbe auf dem Träger zu einer Öffnung des Bildes: Der Untergrund spielte mit, die transparenten Farbstreifen erlaubten ihm, einen kühlen Grundakkord zum Gesamtton beizusteuern oder gaben ihn partiell ganz frei, so dass sich das Raumlicht in ihm spiegelte und die Tafel eine zwischen Wand und Betrachter schwebende Existenz einzunehmen schien.

(…) passiert wieder etwas Neues, in dem all diese Erfahrungen aus dem jahrelangen Umgang mit Farbe präsent sind. Die hochtourigen, schmalen Bänder mit ihrer alles auf eine Karte setzenden Beschleunigung finden sich neben zentrierteren Bildformaten, die den Blick in die Tiefe führen, ihn sammeln auf ein nicht fixierbares Jenseits hinter der Oberfläche. Die schnelle, stoßweise Bewegung der „zeitstreifen“ setzt sich gerade über diese Abgründe hinweg, um den Blick vorwärts zu treiben. Je mehr die Formate dagegen zum geschlossenen Quadrat tendieren, desto ruhiger wird die Bewegung, desto suggestiver wirkt die räumliche Tiefe; sie nimmt den Blick in sich auf, mit angehaltenem Atem. Bei den „dots“ durchkreuzen sich diese verschiedenen Bewegungsrichtungen auf ein und derselben Fläche. Die Farbfelder scheinen bewegt, aber in dieser Bewegung liegt eine große Ruhe; sacht tauchen sie aus der Tiefe empor und ziehen an der Oberfläche vorbei. Das Spiel mit den verschiedenen Tempi und Gewichtungen setzt sich zwischen den einzelnen Arbeiten (…) fort, wobei der Aluminium-Bildträger seine raumauflösende Wirkung bei der Anmutung frei floatender Farbverläufe mit nonchalanter Diskretion entfalten kann. (…)


Sabine Müller, in: NOW!, Ausstellungskatalog Museum Katharinenhof, Kranenburg, 2008