| EDDA JACHENS
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Kreise
50 x 32 cm
Preis auf Anfrage

Kreise
50 x 32 cm
Preis auf Anfrage
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Geometrische Formen liegen allen ihren Arbeiten zugrunde. Es sind Farbflächen entweder zentral im Bildraum situiert oder Folgen von Farbflächen und Farbstreifen in horizontaler Richtung. Assoziationen zu Bildkonzepten wie sie bei den Züricher Konkreten der Fünfziger- und Sechzigerjahre zu beobachten sind als „Farbthemen“ etwa bei Camille Graeser werden wach, aber auch gleich einer anderen Beobachtung unterworfen. Denn Edda Jachens koordiniert frei, das heisst weder nach Farbflächengleichheit noch nach anderen formalen Konzepten. Ihr Gefühl für Harmonie spekuliert mit der sanften Veränderung, welche der Paraffinauftrag farblos, 3-4 Millimeter stark zu verursachen vermag. Zwischen hellen und dunklen Streifen bzw. Flächen setzt sie „vermittelnde“ Akzente. Wenn sie sich auf zwei dunkle Farben und Weiss beschränkt, zum Beispiel in einem 36er-Raster, zeigt ihre Verteilung der einzelnen Module, was subjektive Aleatorik vermag.
Die Konkrete geometrische Konzeption ist Bedingung für das Gelingen des durch die Paraffinschicht erwirkten Scheins. Das geometrische Muster wird unscharf. Ein unscharfes Muster jedoch würde einfach verschwimmen und wäre letztlich sinnlos. Es sind auch die präzisen geometrischen Formen, welche dem Nachbildeffekt bekanntlich am deutlichsten ausgesetzt sind. Noch wenig beachtet wurde wahrscheinlich die Tatsache, dass Farben und Formen, die durch eine Paraffinschicht sozusagen „gebrochen“ werden, also selbst schon Nachbilder der präzisen Grundformen zu sein scheinen, besonders lebhafte Effekte ergeben. Die Paraffin-Farbtafeln werden dadurch, wenn immer sich die Wahrnehmung mit ihnen beschäftigt, zu einer Art leiser Entfernungsprozesse. Die materiellen Grundlagen werden vergessen; die Entmaterialisierung, verursacht durch transparente Gestaltung, transzendiert.
Edda Jachens kann mit ihren Objekten echte mediale Ereignisse schaffen: Medienereignisse, die an Ort und Stelle in das räumlich-zeitliche Kontinuum überleiten. Dass sie als Künstlerin der Konstruktiv-Konkreten Kunst sich dabei der einfachen präzisen Formen bedient erinnert an „zeitlose“ Harmoniegesetze und sokratische Weisheit. Überhaupt ist das Gleichnishafte, das den Schein der Erscheinungen, das heisst die Abhängigkeit des Unsichtbaren vom Bestand der Physis, sinnlich-geistig erfahrbar werden lässt, wie eine Erinnerung an grosse Dialoge.
Eugen Gomringer
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