GABY TERHUVEN

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G8/12

Öl auf Glas
2012
Preis auf Anfrage




G9/12
Öl auf Glas
51 x 63 x 3 cm
2012
Preis auf Anfrage




G15/12
Öl auf Glas
'61 x 26 x 3 cm
2012
Preis auf Anfrage

Betrachter in Bewegung

Lässt sich ein Kunstwerk „en passant?“, also im Vorbeigehen umfassend betrachten? Zumindest ist es außergewöhnlich, wenn die Künstlerin selbst empfiehlt, ihre Bilder, Malerei auf und hinter Glas, so wahrzunehmen.

Aber gibt es überhaupt eine Chance, die komplexen und vielschichtigen Glasarbeiten von Gaby Terhuven von einem fixen Standort aus vollständig zu erfassen? Wohl kaum. Die Bewegung des Betrachters, das Passieren entlang des Kunstwerks, das Vor- und Zurückweichen, ja der Wunsch auch hinter die Arbeit zu schauen, gehört beim Betrachten der Glasmalerei von Gaby Terhuven selbstverständlich dazu. Und obwohl sich mit jedem Blickwinkel neue Ansichten auftun und unzählige Facetten zur Anschauung kommen, ist das Geheimnis des Kunstwerks nicht zu ergründen. Das zarte Wechselspiel von Farben, Formen und Licht übt eine fast meditative Anziehungskraft aus. ....

Zwei Glasscheiben, von beiden Seiten partiell mit Ölfarbe bemalt, sind mit schmalen Trennstegen auf Abstand hintereinander gefügt. Sie werden wiederum mit Abstand zur Wand aufgehängt, so dass sie vor der Wand zu schweben scheinen. ....

Da der Rhythmus von der vorderen Scheibe zur hinteren wechselt, bringt jeder Standpunkt neue Einsichten. Linien verschieben sich, tauchen auf oder ab, liegen über- oder nebeneinander, geben Einblicke ins Bildinnere oder verschließen sich. ....

Das Liniengeflecht verschmilzt zu farbigen Raumzeichnungen, trennt sich dann wieder zu einzelnen Linien und gibt den Blick auf die dahinterliegende Wand frei. Sie wird als helle Farbe ins Bild einbezogen und ist zugleich Projektionsfläche für Licht, Schatten und Reflexionen.

Dabei spielt auch das sich ändernde Tageslicht eine Rolle, das den Glasarbeiten von Gaby Terhuven ein zusätzliches lebendiges Element verleiht. Insbesondere die auf Abstand gehaltene raffinierte Dopplung der Bildträger vor der Wand lenkt den Blick von der Oberfläche in die Tiefe des Bildes. In dem Maße, wie sich das faszinierende Licht-, Farb- und Formenspiel aus dem Inneren des Werkes zu entwickeln scheint, zieht es den Betrachter gleichsam in seinen Bann, sozusagen „en passant?“.

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Leane Schäfer, Juni 2011